Dienstag, 28. Juni 2011

sommer im paradies.

fäustchen genoss die ruhe, die das paradies ausstrahlte sichtlich. die wolken, die sich am morgen noch über den kernbergen aufgetürmt hatten, waren verzogen, die sonne schaute zwischen den bäumen und flutlichtmasten des ernst-abbe-sportfeldes hervor und verwandelte den rasenplatz des fc carl zeiss mit seinem satten grün in eine einladende spielwiese. dort unten tummelten sich derweil die jungs von der optik locker gegen die glasbläser von schott, während sich hinter dem südkurven-tor, das sportler-kollektiv der bsg wismut warm machte. fäustchen lies seinen blick durch nahezu leere rund schweifen. das sollte also die nahe zukunft seinem geliebten sportvereins von 1898 bringen: traditionsvereine auf bundesdeutscher ebene, ein ehemaliger ddr-meister und europapokal-teilnehmer. fäustchen gefiel die vorstellung für seine stadt bald wieder quer durch die republik zu reisen.

das fluchen mielkes holte fäustchen aus seinen gedanken zurück. „nüh, scheiße do. hör nir üff den simak zü dreden, sünst moch isch dür beene!“ fäustchen lächelte. dass fäustchen seinen freund mielke durch die spiele ihrer vereine gegeneinander, jetzt wieder öfters zu gesicht bekommen würde, gefiel ihm übrigens noch besser – auch wenn es dann mit der ruhe im paradies vorbei sein dürfte.


Samstag, 25. Juni 2011

saisonausklang.

das war sie also, die saison 2010/2011. es war die beste seit langem und hatte ordentlich kräfte gekostet - nicht zuletzt dank einer überragenden meisterschaftsfeier. und so war fäustchen dann doch etwas nach entspannung - einfach mal abschalten vom fussball und dem ganzen drumherum. was lag also näher einen ausgedehnten strandurlaub einzulegen, die füße baumeln zu lassen und sich mit leckeren, frisch gepressten obstsäften auf die neue 3.liga saison vorzubereiten? näher lag da eigentlich nur london mit seinen ehrwürdigen touristischen zielen und nicht minder spannenden flecken abseits der ausgetrampelten mainstream-pfade, ein paar ales zu heben und zu hoffen in der green street nicht einem gewissen matt bruckner, seines zeichens der gefürchtetste hobbit-hooligan der vereinigten staaten, über den weg zu stolpern. davon blieb fäustchen dann auch in der tat verschont. gott sei dank, könnte man sagen.



Dienstag, 14. Juni 2011

ham die meisterschaft geschafft.

es war eine meisterschaftsfeier ganz nach fäustchens geschmack. während auf den tischen die hübschesten häschen der stadt mit ihren knackigen popos wackelten, klirrte an den tischen eine runde nach der anderen. „dem meister der regionalliga ein dreifaches: zickezacke, zickezacke, zickezacke – Oi! Oi! Oi!“ und auch die eigens für letzte spiel angereisten gäste aus dem hohen norden hatten offenbar gefallen daran gefunden mit ihren gastgebern auf den aufstieg anzustoßen. selbst viru, sonst dem alkohol gänzlich abgeneigt, kostete immer wieder vom südhessischen apfelwein. „ganz vorzüglich ist dieses zeug. wie sagt ihr dazu? ‚äpplerwoi’?“ „ebbelwoi!“, interventierte kackstelze. „in darmstadt sagen sie ebbelwoi!“ kackstelze hatte sich offenbar gut in südhessen eingelebt. mit den spezifischen feinheiten kannte der gebürtige bremer sich inzwischen bestens aus: „aber nasch mal nicht zuviel von dem teufelsgesöff. sonst sitzt du morgen auf dem klo und wünschtest du hättest nie den apfel der verführung gekostet.“ fäustchen nickte anerkennend und verschwand kurz, um sich umzusehen.

auch die anderen aus seiner bande hatten offenbar ihren spaß. während der verrückte jurist noch relativ gelassen an der jukebox lehnte und in gewohnter manier für die akkustische untermalung des abends sorgte, legte f-trooper mit einer weiß gewandeten dame einen walzer auf den klebenden kachelboden des H1. „was machst du denn hier? ich dachte du musstest direkt nach dem spiel auf ne hochzeit?“, wunderte sich fäustchen. „war ich ja... hatte aber keinen bock mehr und hab dann kurzerhand die braut entführt.“ Keine schlechte idee. Die konnte man sich mal merken.

pitbull saß dagegen an der theke und biss immer beherzt in einen fußballschuh, den er sich direkt beim obligatorischen platzsturm von svenni ergattert hatte. „na? schmeckt’s?“, erkundigte sich fäustchen irritiert. „geht so, schmeckt nach saarbrücker schweißfuß“ fäustchen schüttelte sich. „du würdest besser mal an lissy rumkauen, so lang sie noch hier ist. dann müsste sie uns auch nicht gen malle verlassen“ dass lissy ihre jungs für ein halbes jahr mallorca im stich lassen würde, schmerzte sehr. der abgang der guten seele war nicht einfach zu ersetzen.

sichtlich zufrieden torkelte fäustchen gen toilette – mal schauen, ob auch die jungs vom DSV noch fröhlich feierten. das taten sie – und wie!. die schneekanonen hatten ganze arbeit geleistet und auf wc nummer 1 herrschten immernoch beste wintersportbedingungen. wc nummer 2 hörte sich dagegen gar nicht gut an. ein stöhnen im wechsel mit explosionsartigen entladungen, war deutlich zu vernehmen  „alles okay da drin?“ „uhhh ja... gleich alles in ordnung. kackstelze hatte recht – teufelszeug!“ die tür öffnete sich. viru trat nach draußen. es stank bestialisch „schau mal. ich hab in ne schale sprossen gekackt. die schicken wir als trostpreis nach kassel – mit schönen gruß aus DARMstadt!“

Donnerstag, 2. Juni 2011

our culture im interview.

eine halbe ewigkeit hat sich an dieser stelle nichts mehr getan, eine ganze menge ist dafür in der realen welt geschehen: allen voran sei gesagt, dass unser sportverein von 1898 nach 18 jahren abstinenz endlich wieder im profifussball vertreten ist!  dazu an anderer stelle mehr!

jetzt geht's erstmal zum versprochenen interview mit den jungs von Our Culture. wer die einschlägigen seiten im großen weiten web aufmerksam verfolgt, der wird schon vor geraumer zeit auf Our Culture gestoßen sein. grund genug genauer nachzufragen wer und was dahinter steckt.


fäustchen: hallo “Our Culture”, mal vorneweg: stellt euch doch bitte kurz unserer deutschen leserschaft vor – wer seid ihr und was macht ihr?

Our Culture: unser manifest sagt schon alles – wir sind ein haufen freunde im alter von 30 bis 40 auf stockholm bzw. genereller gesagt aus skandinavien, die die gleichen interessen teilen: musik, filme, sport und style – und das ganze mit einem skandinavischen dreh.

fäustchen:
wann habt ihr “Our Culture” gestartet? erzählt ein bisschen was über euer „projekt“. was waren die motive für „Our Culture“?

Our Culture: wenn ich mich recht erinnere starteten wir damit 2007 – oder doch 2008? „projekt“ würde ich das ganze nicht nennen. es ist eher eine plattform auf der wir über dinge berichten, über die wir selbst gerne lesen oder die wir gerne sehen würden.
wir sind schon lange beste freunde und teilen sowieso alles gemeinsam. wir gehen zu veranstaltungen, gehen zusammen essen und trinken. das einzige, was sich geändert hat, ist dass wir das ganze jetzt dokumentieren und veröffentlichen.
wir sind nicht auf irgendeiner mission, um irgend etwas zu verändern, das beste forum zu werden oder einen vergleichbaren mist zu erreichen. wir sind damit zufrieden, dass die dinge so sind, wie sie sind. skandinavien ist ein kalter und einsamer ort und wir nordmänner bleiben eigentlich gern unter uns. inzwischen haben wir aber jungs von überall her bei uns –  aus oslo, tromsø, helsinki und stavanger, die sich zusammen über schneestürme, filme und wälder unterhalten.

fäustchen:
england wird oft als die „mutter der casualkultur“ bezeichnet. „casual“ ist aber auch in anderen ländern wie schweden, deutschland, etc. verbreitet. gibt es eine besonderheit des schwedischen „casualseins“?

Our Culture: vielleicht. schweden und norwegen sind schon seit jeher vom vereinigten königreich beeinflusst. england und speziell london hatten auch schon immer immense bedeutung für stockholm. aber ich glaube, dass es bisher immer eine ganz gute variation und abwechslung in den stilen und einflüssen auf skandinavien gab – von überall her, nicht nur aus großbritannien.
die jungs hier mixen marken aus aller welt miteinander und machen ihr eigenes ding. ich weiß aber nicht, ob das was originär mit „casualkultur“ zu tun hat. viele andere gehen ebenfalls ihren eigenen weg und kreieren selbst ihre sachen.

fäustchen: vor einigen wochen habt ihr euer erstes eigenes ‘Our Culture’-shirt präsentiert. war das der start, um eine eigene neue marke zu etablieren?

Our Culture: wir wollten nur ein schönes, qualitativ hochwertiges t-shirt für unsere freunde machen. die reaktion darauf war aber großartig, so dass wir päckchen um den ganzen globus schicken konnten. inzwischen sind sie fast ausverkauft und wir hoffen, dass die shirts jetzt – im sommer 2011 - weltweit getragen werden. aber vermeidet es das weiße shirt zu tragen, wenn ihr eis esst oder rotwein trinkt...

fäustchen:
habt ihr schon pläne für neue produkte? was haben wir zu erwarten? 

Our Culture: wir spielen immer mit neuen ideen. unser ethos ist, dass wir nur sachen machen wollen, die wir auch selbst haben, lesen und erfahren wollen. der schlüssel dabei ist es sich immer weiter zu bewegen und die dinge unterhaltsam zu halten. ne schöne jacke ist toll und großartig ... aber das wichtigste im leben ist es die dinge zu leben. „Our Culture“ ist eben das feiern unseres lebens.

danke übrigens für dieses interview! macht eure gute arbeit weiter so!

fäustchen: war eine ehre! das gleiche gilt natürlich auch für euch! weiter so!