Sonntag, 28. August 2011

storm over erfurt.

"hooligans sind keine verbrecher!" boje schrie was das zeug hielt. mit gekreuzten armen über dem kopf taumelte er, wie  ein tanker in schwerer see, durch die nachrückenden polizeieinheiten, die ihm bei jeder gelegenheit noch einen ellenbogen oder knie mitgaben. dabei hatte fäustchen ihn sekunden zuvor erst zurück in den bus geschickt. "du hast dein spaß gehabt. genug gewirbelt." aber boje ging's offenbar genauso wie vielen anderen darmstädtern, die die erste reise zum spiel gegen einen ostverein seit 8,5 jahren auf sich nahmen. literweise hatten sie sich schon das pfefferspray aus den augen gewaschen - aber noch war hier nicht schluss. einmal im rausch war hier niemand mehr zu bremsen.

und dabei hatte doch alles so friedlich und gemütlich am frühen samstag morgen begonnen. gemütlich hatte fäustchen mit seinen freunden die erfurter innenstadt besichtigt, ein paar biere getrunken und dann über kleine und große gassen den weg zum steigerwaldstadion angetreten. nichts hatte auf eine derartige wendung der ereignisse gedeutet - erst recht nicht, als man dann letztendlich die stadiontore passierte.

boje taumelte jedenfalls immernoch durch die behelmten. dass fäustchen ihm seine helfende hand reichte, ignorierte der wuchtige kerl aber geflissentlich und schlug sie im vorbeifallen aus. vielleicht lies sich ja so noch ein "bullenbein" stellen. der versuch schlug fehl. aber wenigstens hatte boje nochmal in bester stuttgarter manier seinen bürgerlichen widerstand gegen diejenigen demonstriert, die doch sonst für ruhe und frieden sorgen sollten. das jedenfalls war gründlich in die hose gegangen - dazu war es  abseits des spiel dann doch etwas zu windig gewesen.
 

Freitag, 26. August 2011

fäustchen pasman - der fluchende couchpotato.

seit river plate zum ersten mal in seiner 110jährigen vereinsgeschichte den gang in die serie b des argentinischen fussballs antreten musste, sind jetzt zwei monate vergangen. eigentlich hätte die nachricht von tano pasman und seiner leidenschaftlichen art, das entscheidungsspiel seines lieblingsklubs zu verfolgen, fäustchen ein wenig eher erreichen müssen, aber das tat es nicht. umso mehr lassen sich die entscheidenden minuten von river plates abstieg jetzt mit einem schmunzeln begleiten. hijo de puta!


da nicht alle river plate fans
die nachricht des abstiegs so besonnen aufnahmen wie herr pasman, kam es im anschluss des entscheidungsspiels zu schweren ausschreitungen in buenos aires.

Donnerstag, 4. August 2011

qualen in aalen.


fäustchen hielt sich markus' wanderschuhe an die ohren. "es bringt nichts! ich hör es trotzdem" - und dabei hatte markus ihm doch versprochen, dass dieses paar wanderschuhe jeglichen körperlichen schmerz lindern würde - hatte ja auch bei ihm geklappt. aber nein... ein nicht enden wollendes "la la la" hielt sich penetrant permanent in fäustchen's ohrmuschel - leise genug, um es im weiten stadionrund kaum zu hören, doch laut genug, um jeglichen nerv zu rauben. "so ist das nun mal", ernüchterte das jägermeisteropfer2. "krebsgeschwür! weißte doch... und dessen metastasen." 

 wäre nicht das nervenzerreißende spiel gewesen, fäustchen hätte das aalener waldstadion schon längst entnervt verlassen. doch noch waren die 90 minuten plus x nicht vorbei. noch immer stand es 1:0 für den gast aus dem südhessischen. ein letzter angriff der hausherren; fäustchen hielt sich den wanderschuh nun vor die augen. er konnte es nicht mit ansehen. dann: ein aufschrei, gefolgt vom blick auf die anzeigetafel: 1:1. der wanderschuh wanderte jetzt vor die nase, ein tiefer zug und fäustchen sackte zusammen. wenigstens das "la la la" war jetzt verstummt.