"hooligans sind keine verbrecher!" boje schrie was das zeug hielt. mit gekreuzten armen über dem kopf taumelte er, wie ein tanker in schwerer see, durch die nachrückenden polizeieinheiten, die ihm bei jeder gelegenheit noch einen ellenbogen oder knie mitgaben. dabei hatte fäustchen ihn sekunden zuvor erst zurück in den bus geschickt. "du hast dein spaß gehabt. genug gewirbelt." aber boje ging's offenbar genauso wie vielen anderen darmstädtern, die die erste reise zum spiel gegen einen ostverein seit 8,5 jahren auf sich nahmen. literweise hatten sie sich schon das pfefferspray aus den augen gewaschen - aber noch war hier nicht schluss. einmal im rausch war hier niemand mehr zu bremsen.
und dabei hatte doch alles so friedlich und gemütlich am frühen samstag morgen begonnen. gemütlich hatte fäustchen mit seinen freunden die erfurter innenstadt besichtigt, ein paar biere getrunken und dann über kleine und große gassen den weg zum steigerwaldstadion angetreten. nichts hatte auf eine derartige wendung der ereignisse gedeutet - erst recht nicht, als man dann letztendlich die stadiontore passierte.boje taumelte jedenfalls immernoch durch die behelmten. dass fäustchen ihm seine helfende hand reichte, ignorierte der wuchtige kerl aber geflissentlich und schlug sie im vorbeifallen aus. vielleicht lies sich ja so noch ein "bullenbein" stellen. der versuch schlug fehl. aber wenigstens hatte boje nochmal in bester stuttgarter manier seinen bürgerlichen widerstand gegen diejenigen demonstriert, die doch sonst für ruhe und frieden sorgen sollten. das jedenfalls war gründlich in die hose gegangen - dazu war es abseits des spiel dann doch etwas zu windig gewesen.
gehört wird: 4skins - yesterdays hero









