"komm schon rüber, alter! wat jeht mit euch? wie immer jar nüscht, wa?!" klausi war schon eine gute halbe stunde richtig in fahrt. dass er und guido die jungs aus potsdam nicht recht leiden konnte, hatte man recht schnell bemerken können. mit ausladenden gebärden, die an eine reihe verschiedenster sexualpraktiken erinnerten, untermauerten die beiden ihre abneigung gegenüber den brandenburgern. "junge, junge. die beiden kennen ja gar nichts. meine güte. das ist provokation aller erster sahne", nickte der verrückte jurist anerkennend. sonst war er wirklich nicht um einen flotten spruch verlegen, aber heute lief die pöbelmaschinerie noch nicht so recht rund. die beiden berliner gäste waren da schon deutlich anders unterwegs. "na wat ist los, ihr homos? kriegt ihr mal wieder nüscht dit mool oof, ihr schw...l...tscher?" fäustchen wurde fast rot vor lauter scham. "mensch klausi. das kannste nicht machen. wenn das die ultras hören, dann ist hier die kacke richtig am dampfen", versuchte fäustchen klaus und seinen kompagnon zur raison zu bringen. "wat? waaaat? die kacke am dampfen? wat denn? wieso?" klausi war sichtlich erstaunt. "bei uns ticken da die uhren etwas anders. diskriminierung und so, da sind hier manche ganz empfindlich!" klaus schüttelte dagegen nur den kopf. "junge, allet nur provokation! dit is ja bei euch die gleiche scheiße, wie bei die schwuchteln von tebe, die homos. dit sind ooch so weltverbesserer. dit kann isch jar nüscht ab. noch nie nen homo jesehen, aber fürse sprechen wollen. meeeensch. en bissjen provokation wird ja noch erlaubt sein, wa?!", pflichtete guido bei.
überhaupt hatte fäustchen sich bei guido offensichtlich ganz gewaltig geirrt. kam der doch zunächst eher snobbistisch daher, hatte guido in den letzten 3,5 stunden doch den einen oder anderen eindruck hinterlassen, der fäustchen an seiner menschenkenntnis zweifeln lies. doch während fäustchen noch grübelte, hatten klaus und guido schon wieder die nähe der angrenzenden heimbereiche gesucht: "jetzt oder nie - homophobie!", riefen sie hinüber. blockübergreifend färbten sich die gesichter der anwesenden ultragruppierungen rot und fäustchen dämmerte es, dass das ganze wohl nach einer menge ärger roch. "immer HIV-positv bleiben, kleiner! dit wird schon! merkste? die da drüben kochen schon vor wut!" klar sah das fäustchen, aber er war sich noch nicht so sicher, ob das in seinem sinne sein sollte.
fortsetzung folgt






